Ich bin wieder hier, in meinem Revier
Nach köstlichem Frühstücksbuffet mit viel Gemüse, Omelett, Masala Chai und Kaffee, ging es erst mal zu Sonam, eine Daunenjacke kaufen. Jedes mal, wenn ich in Nepal bin, gibt es eine Gabe an die Götter, in der Hoffnung, dass sie mir dann für den Rest der Reise wohlgesonnen sind. Ich nehme an, dass auch Götter im Winter frieren, sie sitzen ja teilweise mit zwar meist fülligen, aber oft auch nackten Bäuchen herum. Deshalb musste dieses mal meine Daunenjacke daran glauben. Sie blieb im Taxi nach der Ankunft liegen und kam nie wieder zurück.
Sonam ist eine Marke made in Nepal mit überschaubarem, aber qualitativ gutem Sortiment, wo ich früher schon Jacken gekauft hatte und sehr zufrieden war. Schnell wurde ich fündig und freute mich über den moderaten Preis und die gute Passform, obwohl ich auf ein Herrenmodell zurückgreifen musste.
Nach dem Kauf fuhren wir mit dem Roller durch den verrückten Verkehr, wo ich als Ungläubige wieder mal gläubig wurde. Saili hatte Dalbhat gekocht, große Wiedersehensfreude herrschte und das Linsengericht mit Reis und Gemüse schmeckte lecker.
Zurück durch den Irrsinn, den Staub mit einem Bier runtergespült und eine Runde um die Stupa, dann war ich restlos bedient.
Der kleine Jetlag machte sich bemerkbar und das feine Bett lockte.
Den nächsten Tag widmete ich meinem zweitliebsten Platz in Kathmandu, dem Hindutempel Pashupatinath, wo der Tod mitten im prallen Leben seinen Schrecken verliert.
Mutig bewältigte ich die ersten Herausforderungen, lief durch angreifende Taubenschwärme bei Bouddha, dann überquerte ich überraschenderweise unversehrt die Ringroad, unzählige Schlaglöcher vemeidend schaffte ich es schließlich zum Tempelgelände.
Durch Affenhorden, Menschenhorden, herumlungernde Sadhus, herumliegende Kühe und streunende Hunde spazierte ich durch das weitläufige Areal, die einzigartige Stimmung einsaugend.
Am Ende besuchte ich die Verbrennungs-Ghats, wo die Toten im Zehnminutentakt hergetragen wurden. Fasziniert schaute ich lange den Ritualen der Angehörigen zu, sinnierte über Leben und Tod und währenddessen gewann die Lebensfreude und der Tod verlor seinen Schrecken.
Was für ein inspirierender Ort!























