Zum Festival da Jazz und mehr
„Nimmst Du uns mal mit in dein geliebtes Engadin?“
Lange schon hatten wir darüber gesprochen, doch wie bei älteren Damen so üblich, zwickt es da und dort, ein Zipperlein löst das andere ab und sonstige Unwägbarkeiten verstellen den Weg ins Paradies.
Umso erstaunter und erfreuter war ich, dass nach kurzer Abstimmung zum geplanten Reisetermin alle Zeit hatten.
Nichts Geringeres als das heiß ersehnte Festival da Jazz in St. Moritz war unser anvisiertes Ziel, mit viel Wandern und Bahnfahren drumherum.
Und so sollte es kommen. Wir entflohen der Hitze des Tals in das angenehm klimatisierte Hochtal.
Im strategisch günstig gelegenen Celerina quartierten wir uns für 3 Tage in der bewährten Inn Lodge ein. Bis die Zimmer fertig waren, unternahmen wir erst mal einen Spaziergang zum Stazer See, wo am Sonntag in der Früh der Don Kosaken Chor und später die wunderbare Band „To Athena“ uns mit sphärischen Klängen und schönen Stimmen erfreuen sollten.
Normalerweise wandere ich ja meist zu Fuß auf die Berge, doch da wir vom Hotel ein Freiticket für die Bergbahnen und den ÖV erhielten,
nutzten wir diese gleich am Abend, fuhren nach Muottas Muragl hinauf, genossen die herrliche Abendstimmung, den traumhaften Blick auf die Engadiner Seen und das großartige Panorama.
Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Sightseeing. Das erste mal fühlte ich mich im Engadin wie eine richtige Touristin. Da eine unserer Mädelstruppe nicht mehr so gut zu Fuß ist, fuhren wir viel mit der Bahn und stellten das Wandern etwas hintenan.
Um dem größten Ansturm zu entgehen, fuhren wir schon früh nach Morteratsch, um dem Gletscher einen Besuch abzustatten. Anschließend genossen wir in vollen Zügen die Panoramafahrt zur Alp Grüm, wo dann leider viele Wolken die Aussicht schmälerten. Zurück in Morteratsch noch ein Besuch in der dortigen Käserei mit Käsekauf und einem abschließenden Möhl, dann war aber auch gut. Im Hotel stießen wir noch auf unsere langjährige Freundschaft an, verkrümelten uns aber bald, da es im Morgengrauen schon zum Frühkonzert gehen sollte.
Und so kam es denn auch. Um 5 Uhr war Tagwache, wir packten unsere Siebensachen und das Frühstückspaket ein und trabten durch den Stazer Wald in die Morgendämmerung am Lej da Staz. Wie jedes mal zum Frühjazz, herrschte auch dieses mal eine zauberhaft friedvolle Stimmung, die dazu einlud, kontemplativ den Don Kosaken zu lauschen, während die Berge ringsum langsam im ersten Sonnenlicht erröteten und Seendunst ein mystisches Bühnenbild schuf.
Bis uns die wunderbare Tiffany Athena Limacher mit ihrer elfengleichen Stimme und ihrem Bandprojekt „To Athena“ verzaubern würde, nutzten wir die Pause für einen fotografischen Seerundgang.
Musik, Natur und Berge – was für ein wunderschöner Morgen!
Nach dem Konzert holten wir etwas vom versäumten Schlaf nach, um dann mit den Bergbahnen zum Piz Nair zu gondeln.
Die Aussicht von diesem Gipfel ist prächtig, vor allem freute mich die phantastische Nahsicht auf den Piz Julier.
Von diesem schönen Ausflug zurück im Hotel, überkam uns die Müdigkeit und wir legten uns erst mal aufs Ohr. Während C. und ich nicht mehr auf die Beine kamen, nahm S. nochmal den Weg zum Lej da Staz unter die Füße, um abends Candy Dulfer zu lauschen.
Am letzten Tag vor der Heimreise umrundeten wir noch die zauberhafte Silser Halbinsel Chaste und ließen danach die Engadin-Tage bei einem köstlichen Zmittag ausklingen.
Schön war’s!

















































































