Weiße Toblerone zum Geburtstag
Ein langgehegter Wunsch ging dank dem neu erworbenen Halbtax-Abo endlich in Erfüllung.
Bisher scheiterte die Planung an der langen Anreise mit dem Auto und der Unlust, in Zermatt zu übernachten. An einem Tag nach Zermatt und retour schien mir nicht machbar.
Die SBB-App offenbarte mir neue, wunderbare Möglichkeiten, das Wetter versprach Sonne und ein Sparticket gabs obendrein. Schnell war das Ticket gebucht.
Morgens um 5 Uhr radle ich in der Dunkelheit mit Rucksack und bergbeschuht zum Bahnhof. Um 5:24 Uhr besteige ich den Zug nach Weinfelden, dann nimmt die Reise mit 3x Umsteigen ihren Lauf, bis ich den Zug um 10:17 Uhr in Zermatt wieder verlasse. Ein Hüpfer über die Straße und schon sitze ich in der Gornergratbahn, die mich nach knapp 40 Minuten hinauf nach Riffelberg bringt. Dort verlasse ich die Bahn und weil ich keine Schneeschuhe dabei habe, spaziere auf dem präparierten Winterwanderweg hinauf nach Rotenboden. Dort wird es bald still und ich bin überwältigt von der Schönheit der umliegenden Berge.
Bei Rotenboden steige ich wieder in die Bahn und fahre eine Station weiter bis zum höchsten Punkt, dem Gornergrat. Jubel, Trubel, Heiterkeit empfangen mich beim Ausstieg, schnell absolviere ich den Pflichtaufstieg zum höchsten Punkt und amüsiere mich dort über eine Gruppe wohlgenährter Russinen, die sich lautstark an Kuchen und Champagner erfreuen.
5 Minuten lausche ich noch ungewollt einem Mann, der alle Anwesenden aus voller Kehle an seinen vergangenen Abenteuern teilhaben lässt, dann flüchte ich, mit der Bahn wieder hinunter nach Rotenboden und dann auf den stillen Wanderweg.
Kaum sattsehen kann ich mich an der Pracht, der Himmel ist blau, die Sonne strahlt, der Schnee glitzert und die stolzen Viertausender grüßen von allen Seiten, zuvorderst das formvollendete Matterhorn. Ein perfektes Geburtstagsgeschenk und Wintermärchen.
Als ich einen größeren Stein für die Vesperpause anvisiere, gehe ich ein paar Schritte abseits vom Weg, versinke aber nach knapp 10 Metern bis zu den Knien im Schnee. Bei jedem weiteren Schritt steigt die Schneehöhe, zur Belustigung anderer Wanderer stecke ich bis zur Hüfte in der weißen Pracht. Der Einladung, es selbst auch mal zu versuchen, wollen sie nicht nachkommen. Der Stein bleibt unerreichbar, obwohl er nur ca. 30 Meter entfernt ist.
Ein Stückchen weiter finde ich einen Vesperstein, der nur 5 Meter vom Weg entfernt und mit diesem durch eine Spur verbunden ist. Lange sitze ich dort mit dem schönen Matterhorn vis-à-vis in der Sonne und bin einfach nur glücklich. Nachdem ich alle sichtbaren Berge bestimmt und mich sattgesehen habe, wandere ich zurück nach Rotenboden, steige in die nächste Bahn und fahre runter nach Zermatt. Auf der Rückfahrt habe ich genügend Zeit, die wunderbaren Bilder des Tages noch mal Revue passieren zu lassen.
Um 23 Uhr schließe ich die Haustür auf und falle glücklich und zufrieden ins Bett.
Was für ein unglaublich schöner Tag!























