Nepali Flat
Die Kälte kroch inzwischen in jede Zelle meines Körpers, nur nachts im Schlafsack mit Bettflasche taute ich einigermaßen auf. Allmählich entwickelte ich Routinen, die das Schlüpfen am Morgen erträglicher machten, legte die Daunenjacke in Reichweite und stopfte erst mal alle Kleider eine Weile zu mir in den Schlafsack, um sie auf Betriebstemperatur zu bringen. Obwohl ich Kyanjin und die Umgebung liebe, war ich doch froh, bald tiefere Gefilde mit höheren Temperaturen zu erreichen, wo man auch mal wieder genügend Luft bekommt.
In Pering Kharka im Lovely Guest House legten wir einen Übernachtungsstop ein, doch von wärmeren Gefilden keine Spur. Es blies ein eiskalter Wind und die Lodge bekam am nächsten Morgen erst sehr spät die ersten Sonnenstrahlen. So wärmten wir unsere Glieder wieder mit einem Tänzchen auf und bekamen auch gleich gute Laune für den weiteren Marsch.
Bald wechselten wir die Flussseite, von nun an ging es überwiegend durch den Wald. Am späteren Nachmittag, kurz vor Bamboo, machte ich im steilen Abstieg einen wenig eleganten Kniefall, sah kurz die Sterne, stand wieder auf und schüttelte mich, um zu testen, was ich noch bewegen konnte. Das Knie schmerzte höllisch, und ich dachte, das war’s jetzt. Die Handgelenke waren zu Glück heil geblieben und humpeln ging. Etwas weiter unten holte ich mein Unfallequipment raus und verarztete das jaulende Knie, so schafften wir es mit Stöcken bis nach Bamboo. Meine Hoffnung auf den zweiten Teil des Trekkings schwand – wir hatten grade mal die Hälfte.
Die Lodge in Bamboo war voll mit jungen Nepali, nach dem Essen verschwand ich gleich in einem etwas runtergerockten Zimmer mit kaputter Scheibe, zu allem Leidwesen war das Klo draußen.
Am nächsten Morgen testete ich erst mal mein Steh- und Gehvermögen und befand es als ausreichend, um weiter zu wandern.
Da der Weg nach Thulo Syabru überwiegend bergauf führte, konnte ich vom Humpeln zum Steigen wechseln, so war der Schmerz ertragbar.
Runter zur Hängebrücke, über einen steilen, rutschigen Steig, half mir Tiljung, danach ging es wieder bergauf ins schöne, auf einem Sonnenbalkon liegende Dorf Thulo Syabru.
Im Winter sind nicht alle Hotels bewirtschaftet, aber im Namaste Hotel fanden wir eine sehr gastfreundliche Herberge. Das Wasser war hier nicht gefroren, so konnten wir endlich duschen und etwas Wäsche waschen. Die erste, heiße Dusche seit 1 Woche war einfach himmlisch! Auch das Dalbhat schmeckte vorzüglich, Karma, seine Frau und Nima waren sehr freundlich und umsorgten uns aufs Beste. Auch die Zimmer mit eigener Toilette und Dusche waren sehr sauber und gemütlich. Ein wunderbarer Ort! Es fiel uns deshalb nicht schwer, am nächsten Morgen, vor dem Aufstieg nach Mukharka, wieder das Tanzbein zu schwingen.
Erst über offenes Wiesen- und Weidegelände, später durch steilen Wald, erreichten wir unsere nächste Herberge, das Himalayan Guest House bei Mukharka. Auch hier wurden wir herzlich von Vater und Sohn empfangen und bewirtet und konnten wunderbare Ausblicke auf die umliegende Bergwelt genießen. Nach dem Frühstück ließ es sich der Chef nicht nehmen und spielte zum Abschied mit seiner Sarangi auf. Und was machten wir? Ganz klar – nicht verzagen, ein Tänzchen wagen!
Streng war der Tag hinauf nach Laurebina, von 3000 m auf knapp 4000 m. Erst steil durch den Wald bis Cholangpati, wo wir eine Teepause einlegten, danach weiter auf dem Grat nach Laurebina, wo die Luft wieder dünn wurde. Dort war die Lodge gut belegt mit jungen Nepali, auf der vorherigen Wegstrecke von Bamboo bis Laurebina trafen wir keinen einzigen anderen Wanderer.
Abends unterhielt ich mich mit einer jungen Französin, die auf dem Landweg nach Nepal angereist und dafür schon 2 Monate unterwegs war.
Das beeindruckte mich sehr!





























